Teil 3: ETFs im Backtest - Was bringen 6 Euro pro Woche über 10 Jahre?
Dies ist Teil 3 von 4 der Serie Lotto vs. Investition. Hier wird untersucht, was aus denselben 6 Euro pro Woche geworden wäre, wenn sie über 10 Jahre in breit gestreute ETFs geflossen wären.
Hinweise zu Kosten, Steuern und Methodik
Für die ETF-Betrachtung gelten dieselben Grundannahmen wie bei den Aktien-Backtests:
- Sparrate: 6 Euro pro Woche bzw. 312 Euro pro Jahr
- Kaufstrategie: Jährlich ein Kauf, sobald 312 Euro angespart sind
- Orderkosten: 10 Käufe à 7,50 Euro = 75 Euro Gesamtkosten
- TER: In den Renditeangaben bereits berücksichtigt
- Steuern: Nicht berücksichtigt, obwohl sie das Nettoergebnis beeinflussen
Bei Aktien-ETFs gilt in Deutschland zusätzlich eine Teilfreistellung von 30 %. Auch dadurch hängt die tatsächliche Nettorendite von Ihrer individuellen Steuersituation ab.
Szenario 3: Betrag in ETFs investieren
Alternativ könnte man die 6 Euro pro Woche in breit gestreute ETFs investieren. ETFs bilden einen Index mit vielen verschiedenen Aktien ab und streuen das Risiko dadurch erheblich.
Methodik: Identisch zu Einzelaktien
Die ETF-Tests verwenden die exakt gleiche Methodik wie die Einzelaktien-Tests:
- Quasi-zufällige Käufe: Mechanisch nach Sparplan, ohne Markt-Timing
- Bruchstücke: Erlaubt
- Dividenden: Werden erfasst und gegebenenfalls reinvestiert
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Kaufmethodik, sondern in der Streuung: Statt einer Einzelaktie wird ein ganzer Korb von Unternehmen gekauft.
Getestete ETFs (verschiedene Zeiträume)
Es wurden 5 ETF-Tests über Zeiträume von 9 bis 10 Jahren durchgeführt. Alle 5 Tests endeten im Gewinn:
| Zeitraum | ETF | Endwert | Gewinn/Verlust | Performance |
|---|---|---|---|---|
| 2011–2021 | Amundi Core DAX UCITS ETF Dist | 3.291 Euro | +159 Euro | +5,1 % |
| 2011–2021 | Amundi Index Solutions - F.A.Z. 100 UCITS ETF | 4.248 Euro | +1.116 Euro | +35,6 % |
| 2011–2021 | iShares Euro Dividend UCITS ETF | 3.816 Euro | +684 Euro | +21,8 % |
| 2012–2021 | State Street SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF | 3.745 Euro | +613 Euro | +19,6 % |
| 2012–2021* | SPDR S&P 500 UCITS ETF | offen | +4.663 Euro | +148,9 % |
*noch nicht abgeschlossen (Stand: Juni 2026)
Statistik ETFs:
- Erfolgsquote: 5 von 5 positiv (100 %)
- Spannweite: +159 Euro bis +4.663 Euro (Differenz: 4.504 Euro)
- Durchschnitt: +1.447 Euro (+46,2 %)
- Median: +684 Euro (+21,8 %)
Was diese Ergebnisse zeigen
- 100 % Erfolgsquote in dieser Testreihe: Alle 5 getesteten ETFs endeten im Gewinn.
- Geringere Schwankungsbreite: Die Spannweite der Ergebnisse ist deutlich geringer als bei Einzelaktien.
- Der Index macht einen Unterschied: Zwischen DAX und S&P 500 lagen in dieser Stichprobe Welten.
- Keine Verluste in dieser Reihe: Selbst der schwächste ETF-Test blieb im Plus.
- Timing bleibt relevant: Diversifikation reduziert Risiko, beseitigt es aber nicht vollständig.
Ausgewählte Beispiele im Detail
Amundi Core DAX UCITS ETF – Solider Minimalgewinn
Deutscher Leitindex mit großen börsennotierten Unternehmen.
Backtest-Ergebnis (2011–2021):
- Kumulierter Netto-Gewinn: +159 Euro
- Endwert: 3.291 Euro
- Beobachtung: Schwächster ETF-Test, aber dennoch im Plus
Fazit: Selbst die schwächste ETF-Variante dieser Testreihe blieb nach 10 Jahren positiv.
Amundi F.A.Z. 100 UCITS ETF – Solide Mittelklasse
F.A.Z.-Index mit 100 großen deutschen Börsenunternehmen.
Backtest-Ergebnis (2011–2021):
- Kumulierter Netto-Gewinn: +1.116 Euro
- Endwert: 4.248 Euro
- Beobachtung: Deutlich breiter gestreut als der DAX
Fazit: Mehr Diversifikation innerhalb eines Marktes kann zu stabileren Ergebnissen führen.
SPDR S&P 500 UCITS ETF – Außergewöhnliche Performance
500 große US-Unternehmen.
Backtest-Ergebnis (2012–2021, noch offen):
- Kumulierter Netto-Gewinn: +4.663 Euro
- Endwert: Noch offen
- Beobachtung: Bestes ETF-Ergebnis in dieser Testreihe
Fazit: Zeigt das Potenzial globaler bzw. US-fokussierter Diversifikation in starken Marktphasen.
Gesamtvergleich: Einzelaktien vs. ETFs
Die Tests über 29 Einzelaktien und 5 ETFs in verschiedenen Zeiträumen zeigen:
Einzelaktien (29 getestet):
- Spannweite: -1.750 Euro bis +11.930 Euro (Differenz: 13.680 Euro)
- Durchschnitt: +1.349 Euro (+43,2 %)
- Median: +931 Euro (+29,8 %)
- Risiko: 10 von 29 Tests endeten im Verlust
ETFs (5 getestet):
- Spannweite: +159 Euro bis +4.663 Euro (Differenz: 4.504 Euro)
- Durchschnitt: +1.447 Euro (+46,2 %)
- Median: +684 Euro (+21,8 %)
- Risiko: 0 von 5 Tests endete im Verlust
Zwischenfazit: ETFs boten in dieser Testreihe deutlich mehr Planungssicherheit als Einzelaktien. Die durchschnittliche Rendite lag ähnlich hoch, die Schwankungsbreite war aber viel geringer.
Wichtige Hinweise zu ETFs
- Diversifikation reduziert Risiko, beseitigt es aber nicht: Auch breit gestreute ETFs können über Jahre schwanken.
- Indexauswahl zählt: Ein DAX-ETF und ein S&P-500-ETF können trotz gleicher Sparlogik sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern.
- Währungsrisiko: Bei US-lastigen ETFs wie dem S&P 500 wirken Wechselkursänderungen zusätzlich auf die Rendite.
- Steuern: Teilfreistellung und Abgeltungssteuer beeinflussen das Nettoergebnis.
- Historische Daten: Auch ETF-Backtests sind rückblickende Auswertungen und keine Garantie für künftige Ergebnisse.