Lotto vs. Investition: Was bringen 6 € pro Woche über 10 Jahre?
Jede Woche geben Millionen Menschen Geld für Lottoscheine aus – in der Hoffnung auf den großen Gewinn. Doch wie realistisch ist dieser Traum? Und was wäre, wenn man dasselbe Geld stattdessen in Aktien oder ETFs investiert hätte?
Dieser Beitrag vergleicht drei Szenarien über einen Zeitraum von 10 Jahren anhand von 20 Tests mit echten historischen Marktdaten (Backtests):
- Wöchentlich 6 € im Lotto 6 aus 49 spielen
- Die gleiche Summe in 11 verschiedene Einzelaktien-Tests investieren (TUI, Pfizer, AT&T, ING, Lufthansa, BASF, RWE, Siemens – teilweise in mehreren Zeiträumen)
- Die gleiche Summe in 9 verschiedene ETF-Tests investieren (S&P 500, STOXX Europe 600, MSCI Europe Multifactor, DAX, F.A.Z. 100, Euro Dividend Aristocrats – teilweise in mehreren Zeiträumen)
Hinweis zu Transaktionskosten und Steuern
Für die folgenden Berechnungen wurden realistische Kaufkosten berücksichtigt:
- Einzelaktien und ETFs: 10 Käufe à 7,50 € Ordergebühr (ING Deutschland) = 75 € Gesamtkosten
- ETF-Kosten (TER): In den Renditeangaben bereits enthalten (werden vom Fondsanbieter automatisch abgezogen)
- Steuern: Nicht berücksichtigt, da diese individuell sind und für Lotto ebenso gelten (Gewinnausschüttungen sind bei beiden Optionen in Deutschland steuerfrei bzw. unterliegen der Abgeltungssteuer)
Alle in diesem Artikel genannten Endwerte sind Nettowerte nach Abzug aller Kosten.
Steuern wurden nicht berücksichtigt, da die individuelle Steuersituation stark variiert:
- Lottogewinne sind in Deutschland steuerfrei
- Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer)
- Sparerpauschbetrag: 1.000 € (Einzelperson) bzw. 2.000 € (Verheiratete) pro Jahr steuerfrei
- Bei ETFs gilt eine Teilfreistellung (30 % bei Aktien-ETFs), die die Steuerlast reduziert
Für eine realistische Nettorendite nach Steuern sollten Sie Ihre persönliche Steuersituation und Freibeträge berücksichtigen.
Szenario 1: Lotto 6 aus 49 – Einsatz und Chancen
Die Rechnung
- Wöchentlicher Tipp: 6 €
- Wochen pro Jahr: 52
- Gesamte Spieldauer: 10 Jahre = 520 Wochen
- Gesamtausgaben:
$$ 6\text{ €} \times 52\text{ Wochen} \times 10\text{ Jahre} = 3.120\text{ €} $$
Wahrscheinlichkeit, den Jackpot (6 Richtige) zu gewinnen
Die Anzahl möglicher Kombinationen beim Lotto 6 aus 49 beträgt:
$$ \binom{49}{6} = \frac{49!}{6! \cdot 43!} = \frac{49 \cdot 48 \cdot 47 \cdot 46 \cdot 45 \cdot 44}{6 \cdot 5 \cdot 4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1} = 13.983.816 $$
Die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Tipps, den Jackpot zu gewinnen:
$$ p = \frac{1}{13.983.816} \approx 7{,}151 \times 10^{-8} $$
Die Wahrscheinlichkeit, in 10 Jahren (520 Tipps) mindestens einmal zu gewinnen:
$$ P = 1 - (1-p)^{520} \approx 0{,}00372\text{ %} $$
Umgerechnet in eine „1 zu X"-Quote:
$$ \frac{1}{0{,}0000372} \approx 26.882 \approx 26.900 $$
Das bedeutet: Die Chance liegt bei etwa 1 zu 26.900. Extrem gering.
Realistische Erwartung
In der Praxis gewinnen die meisten Lottospieler über 10 Jahre hinweg nichts oder nur Kleinbeträge, die die Gesamtausgaben nicht annähernd decken.
Erwarteter Gewinn nach 10 Jahren: ca. 0 € (fast sicher)
Szenario 2: 3.120 € in Aktien investiert
Statt wöchentlich Lotto zu spielen, könnte man die 6 € auch ansparen und am Jahresende in Aktien investieren (312 € pro Jahr). Die folgenden Ergebnisse basieren auf Tests mit historischen Marktdaten über verschiedene Zeiträume und Aktien.
Methodik: Quasi-zufällige Käufe wie beim Lotto
Eine wichtige Parallele zum Lotto: Die Kaufzeitpunkte sind nicht optimiert. Wie beim Lotto, wo man die Zahlen nicht beeinflussen kann, erfolgen die Käufe hier mechanisch nach einem festen Sparplan – unabhängig davon, ob der Kurs gerade hoch oder niedrig steht.
- Sparrate: Wöchentlich 6 € ansparen (entspricht 312 € pro Jahr)
- Kaufstrategie: Jährlich einen Kauf tätigen, sobald 312 € angespart sind (insgesamt 10 Käufe über 10 Jahre) – ohne Rücksicht auf den aktuellen Kurs
- Timing: Käufe erfolgen mechanisch nach Kalender, nicht nach Marktanalyse (quasi-zufällig)
- Orderkosten: 7,50 € pro Kauf (realistische Broker-Gebühr)
- Dividenden: Werden erfasst und unter bestimmten Bedingungen reinvestiert
- Bruchstücke: Erlaubt (keine Rundung auf ganze Aktien)
- Historische Kursdaten: Echte Marktpreise aus verschiedenen 10-Jahres-Zeiträumen
- Ausstieg: Nach 10 Jahren zum dann aktuellen Marktpreis
Diese Methode ist vergleichbar mit Lotto: Man setzt regelmäßig den gleichen Betrag ein, ohne den Ausgang beeinflussen zu können. Der entscheidende Unterschied: Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist bei Aktien deutlich höher.
$$ \text{Endwert} = 3.120,\text{EUR} + \text{kumulierter Gewinn/Verlust} $$
Getestete Aktien und ETFs (verschiedene Zeiträume)
Insgesamt wurden 11 Einzelaktien-Tests und 9 ETF-Tests über unterschiedliche 10-Jahres-Zeiträume durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Einzeltitel-Risiko und breiter Streuung.
Einzelaktien (11 Tests)
| Zeitraum | Aktie | Endwert | Gewinn/Verlust | Performance |
|---|---|---|---|---|
| 1999–2012 | AT&T Inc. | 3.386 € | +266 € | +8,5 % |
| 1999–2009 | BASF SE | 4.295 € | +1.175 € | +37,7 % |
| 2013–2025* | BASF SE | 3.076 € | -44 € | -1,4 % |
| 1999–2010 | Deutsche Lufthansa AG | 3.539 € | +419 € | +13,4 % |
| 2012–2026* | Deutsche Lufthansa AG | 3.018 € | -102 € | -3,3 % |
| 2002–2014 | ING Groep N.V. | 3.440 € | +320 € | +10,3 % |
| 1999–2013 | Pfizer Inc. | 3.301 € | +181 € | +5,8 % |
| 1999–2009 | RWE AG | 4.295 € | +1.175 € | +37,7 % |
| 2012–2026* | RWE AG | 3.206 € | +86 € | +2,8 % |
| 2012–2026* | Siemens AG | 3.797 € | +677 € | +21,7 % |
| 2013–2026* | TUI AG | 2.877 € | -243 € | -7,8 % |
*noch nicht abgeschlossen (Stand: Juni 2026)
Statistik Einzelaktien:
- Erfolgsquote: 8 von 11 positiv (72,7 %)
- Spannweite: -243 € bis +1.175 € (Differenz: 1.418 €)
- Durchschnitt: +355 € (+11,4 %)
- Median: +266 € (+8,5 %)
ETFs (9 Tests)
| Zeitraum | ETF | Endwert | Gewinn/Verlust | Performance |
|---|---|---|---|---|
| 2012–2026* | Amundi Core DAX UCITS ETF Dist | 3.128 € | +8 € | +0,3 % |
| 2012–2021 | Amundi Index Solutions - F.A.Z. 100 UCITS ETF | 4.019 € | +899 € | +28,8 % |
| 2013–2025* | iShares MSCI Europe Multifactor | 3.409 € | +289 € | +9,3 % |
| 2002–2011 | iShares STOXX Europe 600 | 3.420 € | +300 € | +9,6 % |
| 2012–2021 | iShares STOXX Europe 600 | 3.175 € | +55 € | +1,8 % |
| 2015–2026* | iShares STOXX Europe 600 | 3.136 € | +16 € | +0,5 % |
| 2013–2020 | SPDR S&P 500 UCITS ETF | 3.450 € | +330 € | +10,6 % |
| 2013–2026* | SPDR S&P 500 UCITS ETF | 4.103 € | +983 € | +31,5 % |
| 2012–2026* | State Street SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF | 3.026 € | -94 € | -3,0 % |
*noch nicht abgeschlossen (Stand: Juni 2026)
Statistik ETFs:
- Erfolgsquote: 8 von 9 positiv (88,9 %)
- Spannweite: -94 € bis +983 € (Differenz: 1.077 €)
- Durchschnitt: +310 € (+9,9 %)
- Median: +289 € (+9,3 %)
Was diese Ergebnisse zeigen
Einzelaktien: Extreme Streuung: Die Spannweite reicht von -243 € (TUI) bis +1.175 € (BASF/RWE) – eine Differenz von 1.418 € bei gleichem Einsatz und gleicher Methodik.
Mehrfachtests desselben Titels in anderen Zeiträumen: BASF, RWE und Lufthansa wurden in verschiedenen Zeiträumen getestet. Ergebnis: Drastisch unterschiedliche Renditen je nach Startjahr – z.B. RWE 1999–2009: +37,7 %, aber RWE 2012–2026: +2,8 %; BASF 1999–2009: +37,7 %, aber BASF 2013–2025: -1,4 %.
ETFs: Auch Verluste möglich: Mit 9 Tests zeigt sich, dass auch breit gestreute ETFs Verluste bringen können. State Street SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats (SPYW) 2012–2026: -3,0 %. Die Erfolgsquote sank von 100 % (3/3 Tests) auf 88,9 % (8/9 Tests).
Verlustrisiko: 3 von 11 Einzelaktien-Tests (27,3 %) endeten im Verlust. Bei ETFs: 1 von 9 (11,1 %).
Durchschnittsrenditen nahe beieinander: Einzelaktien +11,4 % Durchschnitt, ETFs +9,9 % Durchschnitt. Mehr Tests zeigen: Der Unterschied ist geringer als ursprünglich gedacht.
Timing ist quasi-zufällig: Da die Käufe mechanisch nach Sparplan erfolgten (nicht nach Kursanalyse), ist das Ergebnis stark vom zufälligen Einstiegszeitpunkt abhängig – ähnlich wie beim Lotto, nur mit deutlich besseren Chancen.
Ausgewählte Beispiele im Detail
Im Folgenden schauen wir uns repräsentative Beispiele aus beiden Kategorien an:
Einzelaktien – Drei unterschiedliche Szenarien
TUI AG (TUI1) – Verlustbeispiel
Europäischer Touristikkonzern, stark von COVID-19 betroffen.
Backtest-Ergebnis (2013–2026*):
- Kumulierter Netto-Verlust: -243 €
- Endwert: 2.877 €
- Beobachtung: Noch nicht abgeschlossener Test; massive Einbrüche durch COVID-19-Pandemie
Fazit: Zeigt das Einzeltitelrisiko. Selbst bei 10+ Jahren Haltedauer können Verluste entstehen, wenn ein Unternehmen in schwere Krisen gerät.
Lufthansa AG (LHA) – Schwache Performance im COVID-Zeitraum
Deutsche Fluggesellschaft, europäische Marktführerschaft.
Backtest-Ergebnis (2012–2026*):
- Kumulierter Netto-Verlust: -102 €
- Endwert: 3.018 €
- Beobachtung: Mehrere Käufe fielen in den COVID-Schock und die anschließende Erholungsphase; größter zwischenzeitlicher Buchverlust je Position: rund -406 €
Fazit: Der neuere Zeitraum mit COVID-Phase zeigt klar, wie stark zyklische Einzelaktien unter Druck geraten können. Trotz späterer Erholung blieb der Test leicht negativ.
RWE AG (RWE) – Starke Performance
Deutscher Energiekonzern, einer der größten Stromerzeuger Europas.
Backtest-Ergebnis (1999–2009):
- Kumulierter Netto-Gewinn: +1.175 €
- Endwert: 4.295 €
- Beobachtung: Trotz Finanzkrise 2008 starkes Gesamtergebnis; bestes Ergebnis aller Einzelaktien
Fazit: Zeigt das Potenzial von Einzelaktien in günstigen Marktphasen – aber auch die Abhängigkeit vom gewählten Zeitraum.
Szenario 3: 3.120 € in ETFs investiert
Alternativ könnte man die 6 € pro Woche in breit gestreute ETFs investieren. ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index mit vielen verschiedenen Aktien ab und streuen das Risiko dadurch erheblich.
Methodik: Identisch zu Einzelaktien
Die ETF-Tests verwenden die exakt gleiche Methodik wie die Einzelaktien-Tests:
- Quasi-zufällige Käufe: Mechanisch nach Sparplan, ohne Markt-Timing
- Sparrate: Wöchentlich 6 € ansparen (312 € pro Jahr)
- Kaufstrategie: Jährlich einen Kauf, sobald 312 € angespart sind (10 Käufe über 10 Jahre)
- Orderkosten: 7,50 € pro Kauf
- Bruchstücke: Erlaubt
- Dividenden: Werden erfasst und ggf. reinvestiert
Der einzige Unterschied: Statt einer Einzelaktie wird ein Korb von hunderten Aktien gekauft.
Getestete ETFs (verschiedene Zeiträume)
Es wurden 9 ETF-Tests über unterschiedliche Zeiträume durchgeführt. 8 von 9 Tests endeten im Gewinn:
| Zeitraum | ETF | Endwert | Gewinn/Verlust | Performance |
|---|---|---|---|---|
| 2012–2026* | Amundi Core DAX UCITS ETF Dist | 3.128 € | +8 € | +0,3 % |
| 2012–2021 | Amundi Index Solutions - F.A.Z. 100 UCITS ETF | 4.019 € | +899 € | +28,8 % |
| 2013–2025* | iShares MSCI Europe Multifactor | 3.409 € | +289 € | +9,3 % |
| 2002–2011 | iShares STOXX Europe 600 | 3.420 € | +300 € | +9,6 % |
| 2012–2021 | iShares STOXX Europe 600 | 3.175 € | +55 € | +1,8 % |
| 2015–2026* | iShares STOXX Europe 600 | 3.136 € | +16 € | +0,5 % |
| 2013–2020 | SPDR S&P 500 UCITS ETF | 3.450 € | +330 € | +10,6 % |
| 2013–2026* | SPDR S&P 500 UCITS ETF | 4.103 € | +983 € | +31,5 % |
| 2012–2026* | State Street SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF | 3.026 € | -94 € | -3,0 % |
*noch nicht abgeschlossen (Stand: Juni 2026)
Ausgewählte Beispiele im Detail
iShares STOXX Europe 600 – Unterschiedliche Zeiträume, unterschiedliche Ergebnisse
Europas 600 größte Unternehmen, drei verschiedene Testzeiträume:
- 2002–2011 (inkl. Finanzkrise): +300 € (+9,6 %)
- 2012–2021 (Erholung nach Finanzkrise): +55 € (+1,8 %)
- 2015–2026 (noch laufend): +16 € (+0,5 %)
Fazit: Selbst derselbe ETF liefert je nach Einstiegszeitpunkt dramatisch unterschiedliche Ergebnisse. Der Zeitraum macht den Unterschied – von +9,6 % bis +0,5 %.
State Street SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF – Verlust trotz Dividendenfokus
ETF mit Dividenden-Aristokraten aus der Eurozone.
Backtest-Ergebnis (2012–2026):
- Kumulierter Netto-Verlust: -94 €
- Endwert: 3.026 €
- Beobachtung: Noch laufender Test; selbst Dividendenfokus schützt nicht zwingend vor negativen Phasen
Fazit: Zeigt, dass auch breit gestreute ETFs Verluste bringen können. Ein defensiver Dividendenansatz reduziert Schwankungen oft, garantiert aber keine positive Rendite.
SPDR S&P 500 UCITS ETF – Zwei Tests, zwei Ergebnisse
500 größte US-Unternehmen, zwei verschiedene Zeiträume:
- 2013–2020: +330 € (+10,6 %)
- 2013–2026 (noch laufend): +983 € (+31,5 %)
Fazit: Längere Haltedauer führte zu deutlich besseren Ergebnissen. Bester ETF-Test insgesamt.
Gesamtvergleich: Einzelaktien vs. ETFs
Die Tests über 11 Einzelaktien und 9 ETFs in verschiedenen Zeiträumen zeigen:
Einzelaktien (11 getestet):
- Spannweite: -243 € bis +1.175 € (Differenz: 1.418 €)
- Durchschnitt: +355 € (+11,4 %)
- Median: +266 € (+8,5 %)
- Risiko: 3 von 11 Tests endeten im Verlust (27,3 %)
- Volatilität: Extreme Schwankungen zwischen den Titeln
ETFs (9 getestet):
- Spannweite: -94 € bis +983 € (Differenz: 1.077 €)
- Durchschnitt: +310 € (+9,9 %)
- Median: +289 € (+9,3 %)
- Risiko: 1 von 9 Tests endete im Verlust (11,1 %)
- Volatilität: Etwas geringere Schwankungen, aber auch Verluste möglich
Fazit: Wie beim Lotto ist das Timing quasi-zufällig. Einzelaktien können hohe Gewinne bringen (RWE/BASF +37,7 %), aber auch deutliche Verluste (TUI -7,8 %). ETFs haben eine höhere Erfolgsquote (88,9 % vs. 72,7 %), aber auch hier sind Verluste möglich. Der Zeitraum des Einstiegs ist entscheidend – wie die Mehrfachtests desselben Titels zeigen.
Vergleich aller Szenarien
| Option | Gesamtausgaben 10 Jahre | Gewinnwahrscheinlichkeit | Bereich Endwert |
|---|---|---|---|
| Lotto 6 aus 49 | 3.120 € | 0,00372 % (Jackpot) | 0 € (fast sicher) |
| Einzelaktien (11 Tests) | 3.120 € | 72,7 % positiv (8/11) | 2.877–4.295 € |
| • Schlechteste (TUI) | 3.120 € | Verlust | 2.877 € (-243 €) |
| • Median | 3.120 € | positiv | 3.386 € (+266 €) |
| • Durchschnitt | 3.120 € | positiv | 3.475 € (+355 €) |
| • Beste (RWE/BASF) | 3.120 € | Gewinn | 4.295 € (+1.175 €) |
| ETFs (9 Tests) | 3.120 € | 88,9 % positiv (8/9) | 3.026–4.103 € |
| • Schlechtester (SPYW) | 3.120 € | Verlust | 3.026 € (-94 €) |
| • Median | 3.120 € | Gewinn | 3.409 € (+289 €) |
| • Durchschnitt | 3.120 € | Gewinn | 3.430 € (+310 €) |
| • Stärkster (S&P 500) | 3.120 € | Gewinn | 4.103 € (+983 €) |
Fazit: Langfristiges Investieren schlägt Lotto deutlich
Die Zahlen aus 20 Tests (11 Aktien + 9 ETFs) über verschiedene Zeiträume sprechen eine klare Sprache:
Nach 10 Jahren (3.120 € investiert):
- Lotto: Fast garantierter Totalverlust → 0 €
- Einzelaktien (11 Tests, quasi-zufällige Käufe): -243 bis +1.175 € Gewinn/Verlust (Endwert 2.877–4.295 €)
- 8 von 11 Tests endeten im Gewinn (72,7 %)
- Durchschnitt: +355 € (+11,4 %)
- Median: +266 € (+8,5 %)
- ETFs (9 Tests, mechanische Sparpläne): -94 bis +983 € Gewinn/Verlust (Endwert 3.026–4.103 €)
- 8 von 9 Tests endeten im Gewinn (88,9 %)
- Durchschnitt: +310 € (+9,9 %)
- Median: +289 € (+9,3 %)
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Lotto ist reine Unterhaltung mit einer Verlustwahrscheinlichkeit von 99,996 %
Quasi-zufällige Käufe wie beim Lotto, aber mit viel besseren Chancen: Die Käufe erfolgten mechanisch nach Sparplan, ohne Markt-Timing. Trotzdem waren 16 von 20 Tests (80 %) nach 10 Jahren im Plus.
Einzelaktien: Hohes Potenzial, aber auch Verlustrisiko: Die Spannweite reicht von -7,8 % (TUI) bis +37,7 % (RWE/BASF). Wer die falsche Aktie oder den falschen Zeitpunkt wählt, kann Geld verlieren – 3 von 11 Tests (27,3 %) endeten negativ.
ETFs: Etwas sicherer, aber nicht risikofrei: 8 von 9 ETF-Tests endeten im Gewinn. Die Erfolgsquote ist höher als bei Einzelaktien (88,9 % vs. 72,7 %), aber auch ETFs können Verluste bringen (SPYW: -3,0 %).
Der Zeitpunkt ist entscheidend: Mehrfachtests desselben Titels zeigen dramatische Unterschiede: RWE 1999–2009: +37,7 %, aber 2012–2026: +2,8 %. BASF 1999–2009: +37,7 %, aber 2013–2025: -1,4 %. Selbst der STOXX Europe 600 ETF lieferte je nach Zeitraum +9,6 %, +1,8 % oder +0,5 %.
Durchschnittsrenditen ähnlich: Einzelaktien +11,4 %, ETFs +9,9 %. Der Unterschied ist kleiner als oft behauptet.
Die Gewinnwahrscheinlichkeit steigt dramatisch: Von 0,0037 % beim Lotto auf 72,7 % bei Einzelaktien und 88,9 % bei ETFs.
Empfehlung: Setzen Sie statt auf einen Lottoschein auf einen breit gestreuten ETF-Sparplan. Die Käufe erfolgen mechanisch nach Plan (wie beim Lotto ohne Einfluss auf das Timing), aber die Gewinnwahrscheinlichkeit steigt von praktisch 0 % auf knapp 90 %. Die Tests zeigen: ETFs haben eine höhere Erfolgsquote als Einzelaktien, aber beide sind deutlich besser als Lotto. Wichtig: Auch ETFs sind kein Allheilmittel – der Einstiegszeitpunkt und die Auswahl des richtigen Index (z. B. S&P 500, Euro Dividend Aristocrats, DAX oder F.A.Z. 100) machen einen Unterschied.
Wichtige Hinweise
- Risiken: Aktien und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Die Tests zeigen: Bei Einzelaktien sind sowohl Verluste (TUI -7,8 %, LHA -3,3 %, BAS -1,4 %) als auch hohe Gewinne (BASF +37,7 %) möglich. Bei ETFs sind Verluste seltener, aber möglich (SPYW -3,0 %). Zwischenzeitliche Kursverluste einzelner Positionen können bis zu -75 % betragen. Wer in Phasen hoher Buchverluste panisch verkauft, realisiert diese Verluste. Ein Totalverlust einzelner Aktien bleibt grundsätzlich möglich (z. B. Wirecard). Bei breit gestreuten ETFs ist das Risiko über 10 Jahre deutlich geringer – 8 von 9 ETF-Tests (88,9 %) endeten im Gewinn.
- Diversifikation: Ein breit gestreuter ETF (500 Unternehmen im S&P 500) ist deutlich risikoärmer als eine Einzelaktie. Aber auch innerhalb der ETF-Kategorie gibt es Unterschiede: S&P 500 (+31,5 %) vs. Euro Dividend Aristocrats (-3,0 %).
- Zeitpunkt entscheidend: Die Mehrfachtests zeigen, dass der Einstiegszeitpunkt massiven Einfluss hat. Selbst identische Titel oder ETFs können je nach Startjahr komplett unterschiedliche Ergebnisse liefern.
- Währungsrisiko: Der S&P 500 ETF ist in USD notiert. Wechselkursschwankungen können die Rendite beeinflussen.
- Kosten und Steuern: Alle genannten Endwerte sind Nettobeträge nach Abzug sämtlicher Transaktionskosten und Verwaltungsgebühren. Informationen zur steuerlichen Behandlung finden Sie im Abschnitt „Hinweis zu Transaktionskosten und Steuern“ zu Beginn des Artikels.
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Vorgehen in Kurzform:
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