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Investment-Glossar

In diesem Glossar werden zentrale Börsenbegriffe aus dem Artikel zu passivem Einkommen mit ETFs kurz und einsteigerfreundlich erklärt.
Aktie
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Als Aktionärin oder Aktionär sind Sie am wirtschaftlichen Erfolg und Risiko des Unternehmens beteiligt, etwa über Kursentwicklung und mögliche Dividenden.
Anlageklasse
Eine Anlageklasse ist eine Gruppe von Vermögenswerten mit ähnlichen Merkmalen, zum Beispiel Aktien oder Anleihen.
Anleihe (Bond)
Eine Anleihe (englisch: Bond) ist ein verzinsliches Wertpapier. Dabei leiht die Anlegerin oder der Anleger einem Staat oder Unternehmen Geld und erhält dafür in der Regel Zinsen sowie die Rückzahlung zum Laufzeitende.
Ausschüttung

Ausschüttung in der Geldanlage bedeutet allgemein, dass Erträge aus einer Kapitalanlage an die Anlegerinnen und Anleger ausgezahlt werden.

Ausschüttung bei ETFs bedeutet, dass der Fonds erzielte Erträge in regelmäßigen Abständen an die Anlegerinnen und Anleger auszahlt. Diese Erträge können je nach ETF aus unterschiedlichen Quellen stammen, zum Beispiel aus Dividenden der enthaltenen Aktien, aus Zinsen von Anleihen oder aus weiteren fondsbezogenen Ertragsbestandteilen.

Wichtig: Eine ETF-Ausschüttung ist nicht automatisch eine Dividende. Die Dividende ist die Gewinnbeteiligung einer einzelnen Aktiengesellschaft. Die ETF-Ausschüttung ist dagegen eine Zahlung des Fonds, die verschiedene Ertragsquellen bündelt und nach Fondskonzept weitergibt.

Beispiele:

  • Ein Aktien-ETF sammelt Dividenden aus den enthaltenen Unternehmen und zahlt diese gebündelt quartalsweise an die Anlegerinnen und Anleger aus.
  • Ein Anleihen-ETF vereinnahmt Kuponzahlungen der gehaltenen Anleihen und schüttet daraus monatliche oder quartalsweise Fondserträge aus.
  • Ein Misch-ETF kann sowohl Dividenden als auch Zinserträge erhalten und als gemeinsame Fondsausschüttung auszahlen.

Unterschied zu Zinsen:

  • Zinsen sind die vertraglich vereinbarte Vergütung für geliehenes Kapital (z. B. bei Anleihen oder Tagesgeld).
  • Ausschüttungen sind Auszahlungen eines Fonds an Anlegerinnen und Anleger und können aus verschiedenen Ertragsarten bestehen (z. B. Dividenden, Zinsen oder sonstigen Fondserträgen).
  • Zinsen können ein Bestandteil einer Ausschüttung sein, sind aber nicht mit der Ausschüttung selbst gleichzusetzen.

Siehe dazu auch den Glossarbegriff Dividende.

Cashflow
Cashflow beschreibt den tatsächlichen Geldzufluss oder Geldabfluss in einem Zeitraum. Im Anlagekontext ist meist der regelmäßige Zufluss gemeint, zum Beispiel durch Dividenden oder Zinszahlungen.
Covered Call
Ein Covered Call ist eine Optionsstrategie: Auf vorhandene Aktienpositionen werden Kaufoptionen verkauft. Dadurch können laufende Prämien entstehen, dafür kann die Teilnahme an starken Kursanstiegen begrenzt sein.
Dividende

Eine Dividende ist der Teil des Unternehmensgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionärinnen und Aktionäre ausschüttet.

In der Praxis wird die Dividende in der Regel von der Hauptversammlung beschlossen. Für die Auszahlung sind häufig drei Termine relevant: Ex-Tag (ab diesem Tag wird die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt), Record Date (Stichtag für den Anspruch) und Zahltag (Auszahlung auf das Verrechnungskonto).

Anlegerinnen und Anleger sehen diese Aufteilung in Brutto-Dividende und Netto-Dividende typischerweise in ihrer Ertragsgutschrift oder Ertragsaufstellung, die von der Depotbank ausgestellt wird. Die Netto-Dividende ist der Betrag nach Abzug von Steuern und gegebenenfalls weiteren Abgaben.

Wichtig: Dividenden sind nicht garantiert. Höhe und Kontinuität hängen unter anderem von Gewinnlage, Cashflow, Verschuldung, Investitionsbedarf und der Ausschüttungspolitik des Unternehmens ab. Dividenden können erhöht, gesenkt, ausgesetzt oder vollständig gestrichen werden.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite setzt die erwartete oder gezahlte Dividende je Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs.

Vereinfachte Formel:

$$\frac{\mathrm{Dividende\ je\ Aktie}}{\mathrm{Aktienkurs}} \times 100$$

Wichtig zur Einordnung: Eine hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch positiv. Sie kann auch dadurch entstehen, dass der Aktienkurs stark gefallen ist.

Drawdown
Ein Drawdown ist ein zwischenzeitlicher Kursrückgang vom vorherigen Hoch bis zum folgenden Tief. Mehrere Drawdowns zeigen, wie stark und wie häufig eine Anlage in verschiedenen Phasen nachgibt.
Emittent
Ein Emittent ist der Herausgeber eines Wertpapiers, zum Beispiel ein Unternehmen, ein Staat oder eine Bank. Die Bonität des Emittenten beeinflusst maßgeblich das Ausfallrisiko.
ETF (Exchange Traded Fund)
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Er bündelt viele Wertpapiere in einem Produkt und bildet meist einen Index nach.
Freistellungsauftrag
Mit einem Freistellungsauftrag teilen Sie Ihrer Bank mit, welchen Teil des Sparer-Pauschbetrags sie direkt berücksichtigen soll.
ISIN
ISIN steht für International Securities Identification Number (internationale Wertpapierkennnummer). Die ISIN identifiziert ein Finanzprodukt weltweit eindeutig.
KID (Basisinformationsblatt)
KID steht für Key Information Document (auf Deutsch: Basisinformationsblatt). Das KID ist ein standardisiertes Kurz-Dokument mit den wichtigsten Informationen zu einem Fonds, etwa Kosten, Risiken und mögliche Ertragsszenarien.
Maximum Drawdown
Der Maximum Drawdown ist der größte zwischenzeitliche Verlust vom Hochpunkt bis zum folgenden Tiefpunkt in einem betrachteten Zeitraum.
PRIIPs
PRIIPs steht für Packaged Retail and Insurance-based Investment Products (verpackte Anlage- und Versicherungsprodukte für Privatanleger). Das EU-Regelwerk schreibt unter anderem klare Informationsblätter vor.
Quellensteuer
Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt im Herkunftsland der Erträge einbehalten wird, zum Beispiel auf Dividenden.
Rendite

Rendite beschreibt den prozentualen Ertrag einer Anlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital.

Häufige Renditearten:

  • Ausschüttungsrendite: Verhältnis der ausgezahlten Erträge (z. B. Dividenden oder Zinsen) zum aktuellen Fonds- oder Anteilspreis; sie zeigt den laufenden Ertragscharakter, aber nicht die gesamte Wertentwicklung.
  • Cashflow-Rendite: Verhältnis der laufenden Auszahlungen (z. B. Dividenden oder Zinsen) zum aktuellen Kurs oder eingesetzten Kapital.
  • Annualisierte Monatsrendite: Auf ein Jahr hochgerechnete Rendite auf Basis monatlicher Erträge; sie macht Zeiträume vergleichbar.
  • Gesamtrendite: Gesamtentwicklung einer Anlage aus Kursveränderung plus Ausschüttungen (vergleichbar mit Total Return).
  • 12M-Rendite: Rendite über die letzten 12 Monate; sie ist eine rückblickende Kennzahl und keine Prognose.
Sparer-Pauschbetrag
Der Sparer-Pauschbetrag ist ein steuerlicher Freibetrag für Kapitalerträge in Deutschland.
Teilfreistellung
Teilfreistellung bedeutet, dass bei bestimmten Fondsarten ein Teil der Erträge in Deutschland steuerfrei bleibt. Die genaue Höhe hängt von der Fondsart ab.
Ausschüttungsquote (Payout Ratio)

Die Ausschüttungsquote (englisch: Payout Ratio) zeigt, welcher Anteil des Gewinns eines Unternehmens als Dividende an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet wird.

Eine sehr hohe Quote kann auf eine begrenzte finanzielle Flexibilität hindeuten, während eine niedrigere Quote mehr Spielraum für Investitionen oder Schuldentilgung lassen kann.

Total Return
Total Return beschreibt die Gesamtentwicklung einer Anlage: Kursentwicklung plus wiederangelegte Ausschüttungen.
UCITS
UCITS steht für Undertakings for the Collective Investment in Transferable Securities und bezeichnet einen europäischen Regulierungsrahmen für Fonds. Für Privatanleger bedeutet das unter anderem standardisierte Regeln zu Transparenz, Risikostreuung und Anlegerschutz.
Vollreplikation
Bei der Vollreplikation kauft ein ETF die Indexwerte tatsächlich und möglichst vollständig nach. Damit nähert sich die Fondsentwicklung der Indexentwicklung direkt an.
Vorabpauschale
Die Vorabpauschale ist eine steuerliche Mindestbesteuerung bestimmter Fonds in Deutschland, auch wenn keine oder nur geringe Ausschüttungen erfolgen.
Volatilität
Volatilität misst, wie stark Kurse um ihren Durchschnitt schwanken. Höhere Volatilität bedeutet meist höhere kurzfristige Kursschwankungen.
Währungsrisiko

Währungsrisiko entsteht, wenn die im Fonds enthaltenen Wertpapiere in einer anderen Währung als Ihrer Referenzwährung (z. B. Euro) geführt werden. Dann beeinflussen Wechselkursschwankungen die Wertentwicklung zusätzlich: Steigt der Euro gegenüber der Fremdwährung, kann das die Rendite in Euro mindern; fällt er, kann es die Rendite erhöhen.

Wichtig für Einsteiger: Entscheidend ist vor allem die Währung der zugrunde liegenden Anlagen, nicht nur die Handelswährung des ETF an der Börse. Währungsgesicherte (hedged) Anteilklassen können dieses Risiko reduzieren, verursachen aber in der Regel zusätzliche Kosten.

Zinsen

Zinsen sind die vertraglich vereinbarte Vergütung für geliehenes Kapital. Wer Geld verleiht, erhält Zinsen; wer Geld aufnimmt, zahlt Zinsen.

In der Geldanlage treten Zinsen typischerweise bei Anleihen, Tagesgeld oder Festgeld auf. Bei Anleihen werden sie meist als Kupon in festgelegten Intervallen ausgezahlt.

Wichtig zur Abgrenzung: Zinsen sind eine konkrete Ertragsart. Eine Ausschüttung ist dagegen die Auszahlung eines Fonds an Anlegerinnen und Anleger und kann unter anderem aus Zinsen, Dividenden oder weiteren Ertragsbestandteilen bestehen.

Zinseszinseffekt
Zinseszinseffekt bedeutet, dass bereits erzielte Erträge wieder mitarbeiten und selbst neue Erträge erzeugen, insbesondere bei konsequenter Wiederanlage.