Polygon und Ethereum
Sobald ein Magazin oder eine Zeitung das Thema Kryptowährungen aufgreift, handelt der Beitrag tatsächlich meist nur von Bitcoin. Dabei ist sie nur eine von vielen Kryptowährungen. Ethereum zum Beispiel verfügt über die zweitgrößte Marktkapitalisierung nach Bitcoin und ist letzterem technologisch in vielen Aspekten weit überlegen.
Gegenüber Bitcoin bietet Ethereum:
- geringere Transaktionsgebühren
- kürzere Transaktionsdauern
- höheren Transaktionsdurchsatz pro Sekunde
- die Innovation Ethereum Virtual Machine (EVM), die programmierte Verträge (Smart Contracts) ausführen kann
- die Innovation Dezentrale Börsen (DEX)
- die Innovation Dezentrale Organisationen (DAO)
Ethereum wurde offiziell am 30. Juli 2015 gestartet – sechs Jahre nach Bitcoin. Es ist eine moderne und sehr populäre Blockchain. Sie ist die populärste Blockchain mit Smart Contracts und dem energiearmen Proof-of-Stake Mechanismus.
Dennoch ist die Verwendung von Ethereum immer noch vergleichsweise teuer. Ein Ether wird aktuell (Stand Dezember 2024) für 3.378,- EUR gehandelt. Möchte man sich am Staking beteiligen oder nutzt Smart Contracts, können leicht 12,- EUR bis 100,- EUR Transaktionsgebühren anfallen.
Warum Polygon?
An dieser Stelle wird Polygon interessant. Polygon POS startete 2017, circa zwei Jahre nach Ethereum, unter dem Namen Matic Network. Es ist eine Sidechain. Das bedeutet sie ist eine eigenständige Blockchain, die über eine Brücke mit dem Ethereum-Netzwerk verbunden ist. Sie läuft parallel, hat aber ihren eigenen Konsensmechanismus. Polygon ist kompatibel zu Ethereum und der Ethereum EVM. So können Smart Contracts, die auf Ethereum laufen, fast unverändert auf Polygon eingesetzt werden. Weiterhin fungiert Ethereum als übergeordnete Sicherheitsinstanz, weil der Besitz von Polygon-Token (POL) auf Ethereum nachgewiesen werden kann.
Vorteile von Polygon:
- Transaktionsgebühren liegen meist unter 0,01 EUR
- geringe Einstiegskosten: aktuell (Stand August 2025) kostet 1,00 POL nur ca. 0,21 EUR
- nochmal vielfach höherer Transaktionsdurchsatz gegenüber Ethereum
- die Nutzung von Smart Contracts kostet im teuersten Fall vielleicht zwei Euro
Dies macht Polygon zu einer idealen Kryptowährung für den Einstieg.
Whitepaper
Das Whitepaper zu POL findet man auf polygon.technology/papers . Der Bericht stellt POL vor und beschreibt sowohl die Design-Ziele des Tokens als auch des Polygon Netzwerks. Hierzu wird der Vergleich zu einer Reihe anderer Token wie Bitcoin und ETH gezogen. Es werden deren spezifische Vor- und Nachteile beleuchtet, um die Hintergründe zum Design von POL zu erläutern. Weiterhin werden zugrundeliegende Annahmen dargestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass sich diese Annahmen als falsch erweisen könnten. Zur Reduktion von Risiken wurde ein ökonomisches Modell entwickelt und es wurden mögliche Szenarien simuliert.
Mit Hilfe von POL soll das zugehörige Netzwerk Polygon zu einem skalierbaren Ökosystem heranwachsen, dass viele (Block-)chains unterstützt. Je höher die Zahl der Chains ist, mit denen das Polygon-Netzwerk interagieren kann, desto höher ist die Verbreitung von POL.
Historische Kursentwicklung
In der folgenden Grafik sieht man die historische Kursentwicklung von Bitcoin (BTC), Ether (ETH) und POL 1 . Die linke, vertikale Achse ist logarithmisch skaliert 2, sodass der Start und Verlauf von Ether und POL neben Bitcoin sichtbar bleiben. Man sieht, dass Polygon das jüngste Netzwerk ist und noch sehr niedrige Kurse aufweist.

Aktuelle Marktentwicklung
Die Krypto-Zukunft
Bitcoin ist der Pionier unter den Kryptowährungen. Zu Recht ist er sehr erfolgreich und populär.
Dennoch kann die Blockchain mit seinen modernen Wettbewerbern, nach Ansicht des Autors, technologisch nicht mehr mithalten. Ethereum bietet über seine turing-vollständige, virtuelle Laufzeitumgebung ein konkurrenzloses, globales, dezentrales Finanz-Ökosystem. Hingegen ist Bitcoin lediglich eine dezentrale Zahlungsinfrastruktur mit überschaubarer Anwendbarkeit. Es stellt sich die Frage welchen Mehrwert Bitcoin seinen Nutzern tatsächlich bietet. Zahlung über PayPal oder Wero sind schneller und oft günstiger, insbesondere für alltägliche Transaktionen.
Nach Privathypothese des Autors wird Bitcoin früher oder später durch Ethereum – und damit auch durch Polygon, abgelöst. Bitcoin hat viel Vergangenheit und wenig Zukunft. Bei Polygon ist es genau umgekehrt.
Wagen wir einen Blick in die Glaskugel. Wie könnten sich die Kurse entwickeln?

Es wurde jeweils der mittlere Preis zum 1. Oktober eines Jahres erfasst. Daher sind Kurse zwischen den erfassten Zeitpunkten, beispielsweise ein Bitcoin-Kurs von 10,- EUR im Mai 2011, nicht dargestellt. ↩︎
Logarithmische Skalierung bedeutet, dass die Abstände auf der vertikalen Achse nicht gleich verteilt sind (1 €, 2 €, 3 €, …), sondern sich mit jeder Stufe verzehnfachen (1 €, 10 €, 100 €,…). Im Ergebnis sind die Kursverläufe stark gestaucht. ↩︎