featured image Krypto Mythos Spielgeld

Mythen

Wertloses Spielgeld

Oft wird behauptet, dass Kryptowährungen wertloses Spielgeld seien. Sie hätten keinen inneren Wert, da es sich nur um digitale Nullen und Einsen handele. Spiel- und Fantasiegeld kennt man aus bekannten Brettspielen wie Monopoly, Spiel des Lebens, Hotel oder Pay Day.

Kein Zahlungsmittel, keine Währung

Kryptowährungen wären kein (gesetzliches) Zahlungsmittel und daher auch keine Währung.

Ohne Wertschöpfung und ohne Nutzen

Manche sagen Kryptowährungen gäbe es nur, weil manche Fatalisten den baldigen Untergang des Kapitalismus heraufbeschwören und mit ihm das Banken- und Währungssystem kollabiere. Es gäbe sonst keinen wirklichen Nutzen oder Anwendungsfall.

Greater Fool Theory

Die Greater Fool Theory besagt, dass es immer einen noch dümmeren gibt, der bereit ist einen höheren Preis zu bezahlen. Obwohl der Preis bereits über dem eigentlichen (inneren) Wert des Wirtschaftsguts liegt.

Siehe auch Wikipedia - Greater Fool Theory

Viele sagen Kryptowährungen seien reines Spielgeld. Der Wertzuwachs liege allein daran, dass es immer einen gibt, der noch dümmer ist und so das System antreibt. Tatsächlich seien jedoch die Bits und Bytes aus denen alles besteht wertlos.

Fakten

Krypto-Spielgeld

Ob Kryptowährungen generell Spielgeld sind, versuchen wir über die folgenden Abschnitte herauszufinden. Doch zunächst geht es in diesem Abschnitt um Spielgelder in der Kryptowelt. Sie werden Meme-Coins genannt und sind Krypto-Token, die aus Spaß oder einer Laune heraus erstellt werden.
Jeder kann heute relativ einfach seine eigene Krypto-Token ins Leben rufen, beispielsweise auf Pump.fun/Create.

Bei diesen einfachen Optionen wird keine neue Blockchain erschaffen. Das wäre viel zu aufwendig, da jede Blockchain eine komplizierte, dezentrale Infrastruktur benötigt. Es werden lediglich neue Token auf einer existierenden Blockchain erzeugt. Im Fall von Pump.fun wird die Solana Blockchain genutzt.

Wer die Seite Pump.fun aufruft stellt schnell fest, dass neue Token im Sekundentakt erstellt werden. Diese Seite hat offenbar einen Nutzen: Aus Spaß neue Tokens auf der Solana-Blockchain zu erstellen. In dieser Hinsicht hat auch die Solana-Blockchain einen Nutzen und der Coin SOL einen Wert. Denn ohne den Erwerb von Solana-Coins kann man auf Pump.fun keine Tokens erzeugen.

Insgesamt ist es allerdings schwierig nützliche von nutzlosen Krypto-Token zu unterscheiden. Popularität oder die Empfehlung eines Dritten sind leider keine hinreichenden Kriterien. Man sollte zusätzlich folgende Informationen einholen

  • Zielsetzung und technische Details. Hierüber kann das Whitepaper Aufschluss geben.
  • Marktkapitalisierung
  • historische Kurse und Kursstabilität
  • allgemeine Verbreitung und Akzeptanz, z.B. in Bezug auf Tauschbarkeit in andere Währungen

Siehe auch

Fun Fact

Es halten sich hartnäckig Gerüchte der $Trump-Coin sei über Pump.fun erstellt worden. Belege oder eine Untermauerung der Behauptung sucht man vergeblich. Die Seite CoinTelegraph geht auf Meme-Coins ein, die Trump zum Thema haben und auf Pump.fun erstellt wurden. Möglicherweise kommen die Gerüchte durch solche Meldungen zustande.

Eine Suche über Pump.fun nach “Official Trump” offenbart viele Ergebnisse. Man weiß nicht, welcher der richtige Coin sein soll. Sucht man eine dieser Adressen im Solana Blockchain Explorer wird man sogar gewarnt. Beispielsweise ist die Adresse BAKr8e4iV1Y2c2XJxVFhbMyYnfcRU4dvkaKzQUsepump offenbar ein Scam-Token.

Wie kann man nun herausfinden, welcher der richtige Coin ist?
Am besten man geht auf offizielle Kanäle von Trump und sucht dort. Auf TruthSocial.com wird man dann auch fündig. Ganz unten in dem zugehörigen Beitrag steht die korrekte Adresse.

  • Official $Trump-Coin
    • korrekte Adresse 6p6xgHyF7AeE6TZkSmFsko444wqoP15icUSqi2jfGiPN

Prüft man diese über Suchen im Solana Blockchain Explorer oder über Binance wirkt das Ergebnis bereits deutlich seriöser.

Die Geschichte der Erstellung über pump.fun ist demnach offenbar falsch. Leicht erkennbar ist dies auch an den Adressen, die über Pump.fun erstellt wurden. Sie tragen das postfix “pump”.

Fazit

Es gibt Kryptowerte, die in der Tat völlig unnütz sind oder gar aus betrügerischen Absichten entstanden sind. Daneben gibt es aber auch viele seriöse, sinnstiftende Kryptowährungen. Welche das nach Meinung der Autoren sind, werden sie beim Stöbern unter der Rubrik Kryptowährungen erfahren.

Innerer Wert

Eine der Begründungen des Spielgeld-Mythos basiert auf dem Argument, dass Kryptowährungen keinen inneren Wert besäßen, wie dies beispielsweise bei Gold der Fall wäre. Oft wird auch der Vergleich zu etablierten Währungen wie dem Euro oder dem US-Dollar gezogen, in der irrigen Annahme diese besäßen einen inneren Wert. Doch Währungen wie Euro oder US-Dollar verfügen tatsächlich über keinen inneren Wert.

Innerer Wert bezeichnet den objektiven, wirtschaftlich begründbaren Nutzen oder Materialwert eines Guts – unabhängig vom Marktpreis oder von Spekulation.

Ohne diesen Nutzen beruht ein Wert rein auf Vertrauen. Menschen akzeptieren den US-Dollar, weil sie erwarten, dass andere ihn auch akzeptieren. Solange dieses Vertrauen besteht, „funktioniert“ Geld als Tauschmittel, Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel. Bei gesetzlichen Zahlungsmitteln schreibt die staatliche Autorität vor, dass Schulden mit diesem Geld beglichen werden können und akzeptiert werden müssen. Der Staat selbst akzeptiert dieses Geld, beispielsweise für Steuerzahlungen. Das schafft Vertrauen.

Der Wert des Papiers oder des Metalls, aus dem Euro und US-Dollar bestehen, ist vernachlässigbar gering. Beide Währungen fallen daher unter den Begriff Fiatgeld.

Gold hingegen hat einen inneren Wert, weil

  1. es ein physischer Rohstoff ist.
  2. es in Industrie, Schmuck und Technik verwendet wird.
  3. es knapp, haltbar und teilbar ist.
  4. es seit Jahrtausenden Anerkennung als Wertspeicher hat.
GutHat es inneren Wert? Warum?
Aktie eines profitablen UnternehmensJa – Anteil am Gewinn & Vermögen
Obst oder NahrungJa – direkt nutzbar, lebenswichtig
Industrie-Metall wie KupferJa – wird in Stromleitungen, Technik etc. gebraucht
GoldJa - wird in Industrie, Technik, Schmuck, etc gebraucht
Bargeld, beispielsweise EuroNein - ist aus günstigem Papier hergestellt, hat keinen unmittelbaren Nutzen
Kryptotoken, beispielsweise BitcoinNein - ist eine digitale Werteinheit, hat keinen direkten Nutzen

Fiatgeld versus Warengeld

Fiatgeld ist Geld, das keinen inneren Wert besitzt und dessen Wert allein auf dem Vertrauen in den Staat bzw. die Zentralbank basiert, die es als gesetzliches Zahlungsmittel deklariert. Dazu zählen beispielsweise Euro, US-Dollar, Schweizer Franken, Yen.

Warengeld ist Geld, das einen eigenen (inneren) Sachwert besitzt und deshalb selbst als wertvoll betrachtet wird – unabhängig von staatlicher Anerkennung. Es besteht aus materiell wertvollen Gütern. Diese haben einen begründbaren Nutzen oder Materialwert. Der Wert ergibt sich aus Nutzung oder Knappheit der Ware selbst. In früheren Gesellschaften wurde es als natürliches Tauschmittel verwendet. Zum Warengeld zählen beispielsweise Gold, Silber, Kupfer, Salz, Tee und Vieh.

Siehe auch

Was meinen Sie?

  • Wie tragend ist die Argumentation, dass ein fehlender innerer Wert ein Zahlungsmittel wertlos macht?
  • Inwiefern ist es wichtig, dass ein Zahlungsmittel einen inneren Wert besitzt?

Zahlungsmittel

Ein beliebtes Argument ist, dass man im Supermarkt nicht damit einkaufen könne. Solange man nichts mit Kryptowährungen kaufen könne, seien sie wertloses Spielgeld.

Als Zahlungsmittel gelten im Zahlungsverkehr übertragbare, einheitliche und zählbare Wertträger, die als Gegenleistung (etwa beim Kaufvertrag) oder als Transferleistung (etwa bei der Schenkung) dienen.

Wikipedia, Zahlungsmittel

Der Tausch von Dienstleistungen oder Waren gegen Kryptowährungen ist heute in einzelnen Regionen möglich, aber sicherlich noch keine verbreitete Regel. Dennoch gelten, laut Bundesministerium der Finanzen (BMF), Kryptowährungen in Deutschland tatsächlich als Zahlungsmittel. Unternehmen dürfen Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren.

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat im Jahr 2025 seine Sprachregelung in Bezug auf Kryptowährungen angepasst. Wurden Sie zuvor in öffentlichen Dokumenten noch als (virtuelle) Währungen bezeichnet, heißen sie seit dem Kryptowerte, Krypto-Assets, Krypto-Token oder digitale Wertanlagen.

Siehe BMF Sprache Mai 2022

Siehe

Interessant ist der feine, aber wichtige Unterschied, dass keine Verpflichtung zur Akzeptanz von Kryptowährungen besteht. Der wesentliche Unterschied, den die BaFin und andere Regulierungsbehörden zum gesetzlichen Zahlungsmittel, dem Euro, ziehen, basiert auf der Verpflichtung zur Annahme. Ein gesetzliches Zahlungsmittel muss von Gläubigern zur Begleichung von Schulden akzeptiert werden.

In Deutschland und der Europäischen Union wurde die rechtliche Einordnung von Kryptowerten jüngst (Ende 2024/2025) weiter konkretisiert. Kryptowerte werden nicht als gesetzliches Zahlungsmittel eingestuft, sondern als digitale Wertanlagen bzw. Krypto‑Assets, die einer Regulierung unterliegen (z. B. durch die Regulation (EU) 2023/1114, „MiCA“, und entsprechende nationale Gesetze wie das Kryptomärkteaufsichtsgesetz). Damit wird ihre Nutzung im Finanzverkehr stärker strukturiert und reguliert, mit dem Ziel, Anleger und Verbraucher zu schützen und die Stabilität des Finanz‑ und Währungssystems zu bewahren.

Was meinen Sie?

  • Sind Kryptowerte nun Zahlungsmittel oder nicht?
  • Wie wahrscheinlich ist es aus Ihrer Sicht, dass man bis zum Jahr 2034 mit Kryptowährungen im Supermarkt bezahlen kann?

Währung

In den Kommentarbereichen und Zeitungen und Magazinen heißt es oft, dass Kryptowährungen kein (gesetzliches) Zahlungsmittel seien und daher auch keine Währung. Der Begriff Kryptowährungen sei daher falsch und irreführend.

Viele meinen zudem der Staat garantiere den Wert von staatlichen Währungen wie dem Euro. Siehe hierzu auch den Abschnitt Geldpolitische Grundlagen.

Kryptowährungen sind in Deutschland und der Europäischen Union in der Tat kein gesetzliches Zahlungsmittel. Das ist nur der Euro. Dennoch spricht man oft von digitalen Währungen. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) nannte sie vor 2025 noch selbst virtuelle Währungen. Inzwischen hat das BMF seine Sprache angepasst und die Bezeichnung Kryptowerte eingeführt.

Währung

[…] im weiteren Sinn die gesetzliche Ordnung des Geldwesens eines Landes (Geldordnung, Währungsordnung), besonders die Festlegung des Münzsystems, die Bestimmung der mit Annahmezwang ausgestatteten gesetzlichen Zahlungsmittel und die Festlegung ihres Austauschverhältnisses gegenüber den ausländischen Währungen (Währungsparität, Wechselkurs); […]

~ Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Kryptowerte erfüllen einige Funktionen von Währungen, wie zum Beispiel die Rolle eines Wertaufbewahrungsmittels, eines Zahlungsmittels und einer Recheneinheit. Sie können zur Durchführung von Transaktionen und zum Speichern von Wert verwendet werden.

19.10.2025 Der rechtliche Status und die Regulierung von Kryptowährungen variieren weltweit. In manchen Ländern wurden zeitweise Kryptowährungen als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Heute klassifizieren sie die meisten Länder als digitale Finanzinstrumente oder Anlagevermögen.

In der Europäischen Union werden Kryptowerte wie folgt klassifiziert:

Ein Kryptowert ist die digitale Darstellung eines Wertes oder eines Rechts, der bzw. das unter Verwendung der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) oder einer ähnlichen Technologie elektronisch übertragen und gespeichert werden kann.

~ Art. 3, Regulation (EU) 2023/1114, MiCA – Markets in Crypto‑Assets Regulation

Weiterhin schreibt die Europäische Kommission:

Ein Kryptowert ist eine digitale Wertdarstellung oder ein Recht, das mithilfe der Distributed-Ledger-Technologie oder einer ähnlichen Technologie elektronisch übertragen oder gespeichert werden kann. Kryptowerte sind eine digitale Innovation, die Kapitalbeschaffungsprozesse rationalisieren, den Wettbewerb stärken und eine innovative und inklusive Finanzierungsmöglichkeit für Verbraucher und KMU schaffen kann. Kryptowerte können auch als Zahlungsmittel genutzt werden und bieten Möglichkeiten in Bezug auf billigere, schnellere und effizientere Zahlungen, insbesondere auf grenzüberschreitender Basis, indem sie Intermediäre einschränken.

~ Europäische Kommission

Siehe auch:

Was meinen Sie?

  • Ist “Kryptowährung” nun ein adäquater Begriff oder sollte auch diese Webseite besser von “Kryptowerten” sprechen?
  • Was wäre, wenn es doch wieder Länder gäbe die Kryptowährungen als gesetzliches Zahlungsmittel klassifizieren würden?
  • Was wäre der digitale Euro, den die Europäische Zentralbank einführen möchte?

Währungsraum und Geldpolitik

Der Währungsraum ist dabei der Geltungsbereich einer Währung als Zahlungsmittel. Sie ermöglicht den Transfer von Waren und Dienstleistungen, ohne eine Gegenleistung in Form von anderen Waren und Dienstleistungen zu liefern.

~ Wikipedia, Währung

Im Gegensatz zu traditionellen Währungen wie dem Euro oder dem US-Dollar, kann der Währungsraum etablierter Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether den gesamten Globus umfassen. Kryptowährungen werden nicht von einer Zentralbank eines Landes und somit von keinem Staat beeinflusst oder gar kontrolliert. Kryptowährungen sind dezentral.

Geldpolitische Grundlagen

Der Staat bestimmt das gesetzliche Zahlungsmittel. Er beeinflusst aber auch, über die Zentralbank (Notenbank) im Staat, die in Umlauf gegebene Geldmenge. Die Zentralbank kann Bargeld in Form von Banknoten und Münzen ausgeben oder aus dem Verkehr ziehen, sogar aktiv vernichten.

In einem marktwirtschaftlichen System ergibt sich der Wert des Geldes unter anderem durch Angebot und Nachfrage. Wird die Geldmenge erhöht, ohne dass die Gütermenge entsprechend mitwächst, sinkt der Geldwert. Die Folge ist Inflation: Für dieselbe Menge an Waren (z. B. Nahrungsmitteln) muss nun mehr Geld bezahlt werden. Reduziert die Zentralbank hingegen die Geldmenge, kann der Geldwert steigen, was zu einer Deflation führen kann – also fallenden Preisen.

Zusätzlich steuert die Zentralbank über den Leitzins, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken Geld leihen oder es bei der Zentralbank anlegen können. Steigt der Leitzins, wird das Sparen attraktiver, Kreditaufnahmen werden teurer, und es fließt weniger Geld in den Umlauf – das dämpft die Inflation. Sinkt der Leitzins, können sich Banken günstiger refinanzieren und mehr Kredite vergeben – insbesondere an Unternehmen oder Verbraucher –, was die Geldmenge erhöht.

Eine weitere Möglichkeit, die Geldmenge zu beeinflussen, besteht im An- oder Verkauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank. Kauft die Zentralbank Staatsanleihen von Geschäftsbanken, erhalten diese Zentralbankgeld und können damit neue Kredite vergeben – das erhöht die Geldmenge (expansive Geldpolitik). Verkauft die Zentralbank hingegen Staatsanleihen, entzieht sie dem Bankensystem Geld, da die Käufer der Anleihen Zentralbankgeld zahlen – das senkt die Geldmenge (restriktive Geldpolitik)

Was meinen Sie?

  • Könnten Kryptowährungen Bürgern helfen inflationäre staatliche Währungen zu umgehen?
  • Garantiert ein Staat den Wert seiner Währung?
  • Wie verlässlich sind die staatlichen Währungen in Venezuela, Argentinien oder der Türkei?
  • Wäre es vorstellbar, dass man eines Tages auf der ganzen Welt Lebensmittel mit Ether bezahlen könnte?

Nutzen und Anwendungsfälle

Aus der Perspektive Deutschlands oder der Europäischen Union fallen einem auf Anhieb vermutlich keine bis wenige Anwendungsfälle für Kryptowährungen ein. Doch nicht alle Staaten auf der Welt haben eine solche Zahlungsinfrastruktur wie das SEPA-Verfahren und einen gleichberechtigten Bankzugang für alle. Kaum ein Land hat die soziale Absicherung, wie sie der deutsche Staat bietet.

  • So müssen viele Menschen auf der Welt an einem fernen Ort arbeiten, um ihre Familie unterstützen zu können. Sie möchten das verdiente Geld in die Heimat an die Familie senden. Kryptowährungen ermöglichen einen einfachen und günstigen Transfer.
  • Weltweit haben nur wenige Menschen ein eigenes Konto und somit Zugang zu Dienstleistungen einer Bank. Kryptowährungen lösen dieses Problem. Auch ohne Bankkonto kann man nun Geld sparen, verzinsen lassen oder anderweitig investieren.
  • Im Fall schwerer regionaler Verwerfungen, wie dem Krieg in der Ukraine, verliert die gesetzliche Währung schnell und substantiell an Wert. Insbesondere als Flüchtling steht man plötzlich mittellos da. Investiert man einen Teil seines Vermögens in Kryptowährungen, kann man weiterhin über diese Werte verfügen. Siehe auch Kryptowährungen in Zeiten des Krieges, 2024 ‐ Konrad Adenauer Stiftung.

SWIFT vs. Kryptotransfers

Aber auch in Europa ist ein Vergleich von Zahlungsmethoden aufschlussreich, nämlich der von internationalen Überweisungen über SWIFT versus Transfers über Polygon.

SWIFT ist seit 1973 das Rückgrat internationaler Banküberweisungen. Das System ist bewährt, aber langsam und komplex:

  • Eine Überweisung erfordert viele Details:
    • IBAN
    • SWIFT-Code
    • Empfängername
    • ggf. Namen von Intermediärbanken
  • Die Gebühren liegen meist zwischen fünf und zehn Prozent der Überweisungssumme.
  • Wechselkurse und Umtauschgebühren sind oft intransparent.
  • Die Überweisung dauert 1–5 Tage und kann sich durch Geldwäsche-Prüfungen weiter verzögern.

Kryptotransfers können da eine praktische Alternative sein:

  • Es wird lediglich die Wallet-Adresse des Empfängers benötigt
  • Transaktionen dauern im Polygon-Netzwerk nur wenige Sekunden.
  • Die Kosten liegen im Bereich eines Cents: 0,01 EUR
  • Den Erfolg einer Transaktion kann jeder leicht mit einem Blockchain Explorer prüfen

Was meinen Sie?

  • Sind Kryptowährungen nutzlos?
  • Gibt es in der EU wirklich keine Anwendungsfälle, die man nicht leichter und sicherer über eine Bank oder Produkte wie Wero erledigen könnte? Siehe auch Konkrete Anwendungsfälle in Deutschland.

Geschäftsfelder

“Ja, aber die Anwendungsfälle…” werden Sie weiterhin in Kommentarbereichen der Zeitungen lesen. “Es gibt doch keine Anwendungsfälle!”. In diesem Blogbeitrag haben wir nun schon einige Mythen betrachtet. Abschließen möchten wir den verschiedenen Geschäftsfeldern, in denen sich Kryptowährungen etablieren und zahlreiche, neue Möglichkeiten bieten.

Finanzdienstleistungen

Unternehmen bieten heute eine Vielzahl an Finanzdienstleistungen an, die auf Kryptowährungen basieren. Sie kommen zum Einsatz

  • als Zahlungsmittel im Handel
  • als Zahlungsmittel für Gutscheine, die wiederum im Handel eingelöst werden können
  • bei internationalen Überweisungen als kostengünstige Alternative
  • als Schuldverschreibung
  • als Anlage mit Verzinsung
  • für den Tausch in Fiat-Währungen wie Euro oder US-Dollar – auch unabhängig von Banken
  • zur Absicherung gegen eine Verringerung der Kaufkraft der eigenen Landeswährung
  • für den Tausch in anderen Kryptowährungen
  • bei der “Tokenisierung” von physischen oder digitalen Vermögenswerten. Ein Token, englisch für Wertmarke, verbrieft den Besitz dieser Vermögenswerte.

Intelligente Verträge

Über Smart Contracts kann man viele der zuvor genannten Finanzdienstleistungen dezentral und voll automatisiert umsetzen. Traditionelle Banken sind nicht mehr involviert. Ein konkretes Beispiel zu einem Smart Contract von vyperlang.org:

In diesem Beispiel haben wir einen Treuhandvertrag, der ein System für eine vertrauenslose Transaktion zwischen einem Käufer und einem Verkäufer implementiert. In diesem System bietet ein Verkäufer einen Artikel zum Verkauf an und leistet eine Anzahlung in Höhe des doppelten Artikelwerts. Zu diesem Zeitpunkt weist der Vertrag einen Saldo von 2 * Wert auf. Der Verkäufer kann die Anzahlung zurückfordern und den Verkauf auf diese Weise widerrufen, solange kein Käufer einen Kauf getätigt hat.

Wenn ein Käufer an einem Kauf interessiert ist, würde er eine Zahlung leisten und einen gleichen Betrag als Anzahlung (insgesamt 2 * Wert) in den Vertrag einzahlen und den Vertrag vor weiteren Änderungen sperren. Zu diesem Zeitpunkt weist der Vertrag einen Saldo von 4 * Wert auf und der Verkäufer würde den Artikel an den Käufer senden.

Wenn der Käufer den Artikel erhält, markiert der Käufer den Artikel im Vertrag als erhalten, wodurch er die Anzahlung des Käufers (nicht die Zahlung) zurückerstattet, die verbleibenden Mittel an den Verkäufer freigibt und die Transaktion abschließt.

E-Commerce

Unternehmen akzeptieren Kryptowährungen zunehmend als Zahlungsmittel, was ihnen ermöglicht, neue Kundengruppen zu erschließen und internationale Märkte zu bedienen.

Siehe auch

Crowdfunding

Start-ups und Projekte nutzen Initial Coin Offerings (ICOs) und Security Token Offerings (STOs), um Kapital zu beschaffen.

Gaming

Kryptowährungen werden in Online-Spielen verwendet, um virtuelle Güter zu handeln und Belohnungen zu verteilen.

Siehe auch