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Mythen

Nur für Nerds

Kryptowährungen seien kompliziert und ohnehin nur ein Thema für Nerds, die den ganzen Tag im abgedunkelten Keller vor ihrem Computer hocken. Für normale Menschen sei das nichts.

Was meinen Sie? Sind Kryptowährungen nur für Nerds oder bald schon Mainstream?

Temporärer Hype

Viele sind der Meinung, dass es sich nur um einen kurzfristigen Trend handelt. Die plötzliche, starke öffentliche Begeisterung sei irrational. Der Spuk um Blockchain und digitalen Währungen würde bald schon wieder vorbei sein, sobald auch der Letzte gemerkt hätte, dass dies alles nutzlos sei.

Was meinen Sie? Kann das alles, X Jahre nach dem ersten Bitcoin, noch als “kurzfristig” gelten?

Fakten

Genesis - Wie alles begann

Der erste Bitcoin, auch bekannt als der Genesis-Block, wurde am 3. Januar 2009 von einer Gruppe oder Person unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto erstellt.

Dieser Block enthält eine eingebettete Nachricht, die auf die damalige Finanzkrise anspielt.1 2

The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks

Satoshi Nakamoto

Der Quellcode zur Bitcoin-Blockchain ist in C++ geschrieben und öffentlich einsehbar. So ist auch für jedermann das berühmte Zitat in Zeile 1630 auffindbar:

// Copyright (c) 2009-2010 Satoshi Nakamoto
// [...]

bool LoadBlockIndex(bool fAllowNew)
{
    // [...]

    // Genesis block
    const char* pszTimestamp = "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on  brink of second bailout for banks";
    CTransaction txNew;
    txNew.vin.resize(1);
    txNew.vout.resize(1);
    txNew.vin[0].scriptSig = CScript() << 486604799 << CBigNum(4) << 

    // [...]
}

// [...]

Ausschnitt aus dem Original-Quellcode: 1

X Jahre später

Seitdem ist viel passiert. Rund um die Welt kamen neue Kryptowährungen hinzu. Kryptobörsen wurden eröffnet. Blockchain-Plattformen und Anwendungsfällen entstanden.

Die wohl bedeutendste Blockchain und Kryptowährung neben Bitcoin ist Ethereum. Sie wurde offiziell am 30. Juli 2015 gestartet. Ethereum brachte 2015 die Möglichkeit sogenannter Smart Contracts, was dezentrale Anwendungen “dApps” und neue Trends wie dezentrale Finanzsysteme (DeFi), ermöglichte.

Die Börsen und Smart Contracts brachten einen großen Schub, wie man auch der Entwicklung der historischen Kurse entnehmen kann.

Historische Kurse Bitcoin, Ether, POL

Immer wieder kam es zu Spekulationsblasen – etwa 2017 mit dem ICO-Hype und 2021 mit Meme-Coins und NFTs. Zugleich gab es große Rückschläge: Hacks, Skandale (z. B. FTX) und strenger werdende Regulierungen führten zu Vertrauensverlusten. Dennoch investieren heute viele Unternehmen und Staaten in Blockchain-Technologien oder arbeiten an eigenen digitalen Währungen.

Krypto-Whitepaper

Stand 15.12.2024 Heutzutage gibt es unzählige Kryptowährungen. Coinbase.com listet allein 17.758 von ihnen auf. Möchte man sich einen Überblick verschaffen, kann man mit den Werten beginnen, die die höchste Marktkapitalisierung aufweisen. Die meisten Kryptobörsen zeigen die Werte in Reihenfolge ihrer Marktkapitalisierung an.

Doch worin unterscheiden sich die einzelnen Kryptowährungen?

Kryptowährungen benötigen das Vertrauen potentieller Investoren. Daher gibt es die sogenannten Whitepaper, die Investoren, Entwicklern und Interessierten einen umfassenden Überblick über das Projekt geben. Es beschreibt die technischen Spezifikationen, den Zweck und die Funktionsweise der Kryptowährung:

  1. Zielsetzung: Was die Kryptowährung erreichen soll und welche Probleme sie lösen möchte.
  2. Technische Details: Eine detaillierte Beschreibung der zugrunde liegenden Technologie, wie Blockchain.
  3. Funktionsweise: Wie die Kryptowährung funktioniert, einschließlich Transaktionsprozesse und Sicherheitsmaßnahmen.
  4. Team: Informationen über das Entwicklerteam und ihre Qualifikationen.
  5. Roadmap: Zukünftige Pläne und Meilensteine für das Projekt.

Whitepaper sind entscheidend, um Transparenz zu schaffen und die komplexen Konzepte zu vermitteln. So können sie die Glaubwürdigkeit eines Projekts erhöhen.

Links zu Whitepaper bekannter Kryptowährungen

Einen guten Überblick und Vergleich von Kryptonetzwerken bietet Chaininspect.

Institutionelle Anleger

Es gibt inzwischen einige, an der Börse gehandelte Exchange-Traded Products (ETP), Exchange-Traded Notes (ETN) und Exchange-Traded Funds (ETF), die entweder in Unternehmen investieren, die Geschäftsmodelle rund um Kryptotechnologie haben (ETF). Oder es gibt ETNs, die direkt in Kryptowährungen wie beispielsweise den Bitcoin investieren. Unter anderem hat der weltweit größte Vermögensverwalter, Blackrock Inc., solche Produkte gestartet.

Somit investieren Sie höchstwahrscheinlich heute bereits indirekt über zahlreiche institutionelle Anleger, wie Versicherungen oder Rentenkassen, in Kryptowährungen.

Quelle: justetf.com

Nutzer, Nutzung und Kryptoindustrie

Der Start von Bitcoin ist im Jahr 2025 über 16 Jahre her. Seitdem wurden unzählige neue Kryptowährungen und Anwendungsfälle entwickelt. In Deutschland hat sich auch bereits das Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit Kryptowährungen befasst und steuerlich eingeordnet. Die Möglichkeiten an Kryptowährungen zu partizipieren nehmen stetig zu. Es gibt inzwischen sehr viele Anleitungen, Videos und bedienungsfreundliche Applikationen.

Allmählich beginnen auch etablierte, deutsche Geldinstitute sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen:

Die Börse Stuttgart hingegen wurde schon ganz konkret und hat sowohl die BISON App, als auch die Kryptoplattform Börse Stuttgart Digital Exchange gestartet.

Berichte, Studien und Statistiken beleuchten neue, entstehende Industrien und Anwender von Blockchaintechnologien sowie Kryptowährungen:

Konkrete Anwendungsfälle in Deutschland

Was aber, kann man nun in Deutschland mit Kryptowährungen anfangen? Was entgeht einem, wenn man sich nicht damit befasst?

  1. Kryptowährungen sind eine weitere Anlageklasse.
    Neben traditionellen Spar- und Festgeldkonten, Aktien, Rohstoffen und ETFs, kann man nun auch in Krypto-Vermögenswerte (Crypto-Assets) investieren.

  2. Guter Einstieg in Investmentgeschäfte
    Da ein Polygon derzeit noch unter einem Euro Wert ist, kann man mit fünfzig Euro Startguthaben gute, praktische Erfahrungen sammeln, die auch im Aktienhandel und bei Devisengeschäften1 nützlich sind. Bei letzteren machen Investments in der Regel erst ab von 2.500,- EUR Sinn, da die Kaufnebenkosten relativ hoch sind.

  3. Mit Krypto-Debitkarte bezahlen
    Mit der Crypto-Life Card (CL Card) kann man in ganz Deutschland bezahlen. Zum Zeitpunkt der Zahlung wird die mit der Karte verknüpfte Kryptowährung in Euro getauscht.

  4. In Geschäften bezahlen
    Die Webseite Coinpages.io bietet eine interaktive Karte, die Händler anzeigt, die Kryptowährungen akzeptieren.

Marktkapitalisierung

Um ein Gefühl für die Verbreitung und Bedeutung von Kryptowährungen zu erhalten, kann man einen Vergleich zu einem bekannten ETF heranziehen. Da ein ETF eine Zusammenstellung verschiedener Aktienwerte abbildet, nehmen wir für den Vergleich die ersten sechs Kryptowährungen mit der höchsten Marktkapitalisierung.

Die Marktkapitalisierung einer Kryptowährung kann man wie folgt berechnen:
Marktkapitalisierung = Umlaufmenge × aktueller Preis pro Coin

Die Marktkapitalisierung eines ETF entspricht seinem Fondsvolumen und wird ähnlich berechnet:
Marktkapitalisierung = Anzahl der ausgegebenen ETF-Anteile × aktueller Kurs pro Anteil

Stand Mai 2024

Die Marktkapitalisierung der top 6 Kryptowährungen liegt zusammen bei ca. 1,9 Billionen Euro.
Quelle: CoinMarketcap.com, 1,0 EUR = 1,08 USD:

  1. Bitcoin 1,2 Billionen (= 1200 Milliarden)
  2. Ethereum 0,4 Billionen
  3. Tether 0,1 Billionen
  4. BNB 0,09 Billionen
  5. Solana 0,07 Billionen
  6. stETH 0,03 Billionen

Die Marktkapitalisierung des iShares MSCI World ETF (IE00B4L5Y983) liegt bei ca. 0,07 Billionen Euro.

Stand Dezember 2024

Die Marktkapitalisierung der top 6 Kryptowährungen liegt zusammen bei ca. 2,8 Billionen Euro.
Quelle: CoinMarketcap.com, 1,0 EUR = 1,04 USD:

  1. Bitcoin 1,9 Billionen (= 1900 Milliarden)
  2. Ethereum 0,5 Billionen
  3. XRP 0,1 Billionen
  4. Tether 0,1 Billionen
  5. Solana 0,1 Billionen
  6. BNB 0,1 Billionen

Die Marktkapitalisierung des iShares MSCI World ETF (IE00B4L5Y983) liegt bei ca. 0,09 Billionen Euro.

Stand Oktober 2025

Die Marktkapitalisierung der top 6 Kryptowährungen liegt zusammen bei ca. 2,7 Billionen Euro.
Quelle: CoinMarketcap.com, 1,0 EUR = 1,17 USD:

TokenEUREURUSD
Bitcoin1,83 Billionen1.831.907.348.1842.135.563.281.701
Ethereum0,40 Billionen402.030.107.211468.693.330.453
Tether0,16 Billionen155.898.751.460181.749.335.994
BNB0,13 Billionen131.162.913.934152.911.888.590
XRP0,12 Billionen121.982.738.353142.209.488.471
Solana0,09 Billionen87.207.740.751101.668.222.655
__________________________
Summe2,73 Billionen

Zum Vergleich: die Marktkapitalisierung des iShares MSCI World ETF (IE00B4L5Y983) liegt bei ca. 0,11 Billionen Euro, 105.836.841.725 EUR (123.386.335.856 USD).

Fazit

Kryptowährungen sind längst keine Nischenerscheinung mehr. Sie sind eine rasant wachsende, ernstzunehmende Assetklasse. Der Zuwachs im Mai 2024 bis Dezember 2024 lag beim MSCI World ETF bei 0,02 Billionen, während Kryptowährungen im gleichen Zeitraum um 0,9 Billionen zulegten.

Lesen Sie hier diverse Nachrichten rund um Kryptowährungen: