featured image Krypto und Kriminalität.

Kriminalität

Mythos nur für Kriminelle

Nachrichten in traditionellen Medien, in denen Kryptowährungen eine Rolle spielen, sind oft spektakulär. Denn es geht fast immer um Millionen-Beträge. Im Bereich Kriminalität ist alles denkbare und undenkbare dabei, beispielweise Betrug, Diebstahl, Geldwäsche und illegales Glücksspiel. Es entsteht der Eindruck mit Kryptowährungen sei es besonders einfach kriminelle Geschäfte abzuwickeln. Viele behaupten das liege insbesondere an der Anonymität von Kryptowährungen.

Doch wie anonym sind Kryptowährungen eigentlich?

Siehe Fakten

Und wo genau liegt der Unterschied zu Bargeld?

Siehe Fakten

Mythos alles nur Geldwäsche

Mit Kryptowährungen kann man Geld waschen - mit Bargeld auch. Beide Mittel werden diesbezüglich ihre Vor- und Nachteile haben. Feststeht, dass Kryptotransfers nicht so anonym sind, wie viele glauben.

Siehe Fakten

Was meinen Sie? Warum haftet ausgerechnet Kryptowährungen der Makel der Geldwäsche an? Warum sollte es damit besonders leicht oder sogar leichter als mit Bargeld möglich sein?

Mythos Schneeball- oder Ponzi-System

Sehr häufig werden Meinungen geäußert, dass alles rund um Krypto ein reines Schneeballsystem oder Ponzi-System sei. Bei solchen Systemen geschieht die wahre Wertgenerierung nicht etwa durch ein Produkt oder Dienstleistungen, sondern überwiegend bis ausschließlich durch das stetige Anwerben und Mitwirken neuer Teilnehmer. Die Teilnehmer selbst werden über die realen Zusammenhänge im Unklaren gelassen.

Siehe

Fakten

Anonymität und Rückverfolgbarkeit

Die dezentrale Blockchain-Technologie ist grundlegend transparenter als alle anderen, zentralen Ansätze im Finanzsektor: Bargeld ist beispielsweise von seiner Natur aus anonym. Was Zahlungsdienstleister wie Visa oder PayPal angeht, ist von außen nicht einsehbar, was sie genau tun. Im Gegensatz dazu kann, bei der Mehrzahl der Kryptowährungen, jeder mit sogenannten Block-Explorern das gesamte Guthaben und alle Transaktionen einer Wallet einsehen. Zudem ist gibt es gesetzliche Auflagen für alle Zahlungsdienstleister, wie auch Banken, seine Kunden zu identifizieren: Know Your Customer (KYC)

Kennt man also den Besitzer einer Wallet Adresse sind Kryptowährungen vieles, aber sicherlich nicht anonym!

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wie so oft, ist auch die Finanzwelt nicht nur schwarz oder weiß. Auch für Bargeld gibt es Möglichkeiten zur Rückverfolgung. Überdies gibt es Kryptowährungen, die ihren Nutzern Anonymität und Privatsphäre versprechen. Eine davon ist Monero.

Siehe auch

Zudem gibt es Möglichkeiten der Verschleierung. Jeder kann sich beispielsweise unzählige Wallet-Adressen generieren und seine Kryptowährungen so verteilen, dass eine Zuordnung zu einer Person sehr aufwendig wird. Man kann auch den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen ausschließlich direkt mit “Geschäftspartnern” vornehmen und so den KYC Auflagen von Handelsplattformen umgehen. Doch sind auch diese Verschleierungstaktiken aufwendiger, kostspieliger und risikoreicher.

Rückverfolgbarkeit

Es gibt aktuell (Stand 2024) Entwicklungen die Verschleierungen von Transaktionen zu erhöhen. Doch sind diese Neuerungen noch nicht ausgereift. Bestehende Lösungen wie Krypto-Mixer sind mit erhöhten Kosten und Risiken verbunden.

Auch beim Bargeld gibt es, mit hohem technischem Aufwand, Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit. Siehe

Kriminalität und Bargeld

Was können Kryptowährungen besser oder schlechter als Bargeld, um seine kriminellen Taten zu verschleiern?

Vermutlich ist es leichter Geld im Ursprungsland in Kryptowährung zu tauschen, um es dann am Zielort zurückzutauschen, anstelle einen Geldkoffer oder Goldbarren über Grenzen zu transportieren. Das Hawala-System ist vermutlich ein klarer Profiteur von Kryptowährungen. Doch dürfte auch der anonymisierte Tausch großer Geldmengen in Kryptowährungen nicht einfach werden.

Die andere Frage wäre, was nützliche, legitime und legale Anwendungsfälle von Kryptowährungen wären?

Siehe hierzu Konkrete Anwendungsfälle in Deutschland

Geldwäsche

Eine Studie von Transparency International zeigt auf, dass anonyme Briefkastenfirmen und illegale Transfers über Bankkonten die größte Rolle bei der Geldwäsche spielen.

Nach 30 Jahren Geldwäschegesetz und trotz Transparenzregister bleiben die Eigentümer von schätzungsweise jeder zehnten Wohnung in Berlin anonym. Einige deutsche Banken – genauso wie ihre internationalen Wettbewerber – führen in Deutschland und über ihre Auslandstöchter weiterhin tausende anonyme Bankkunden und Konten.

~ Transparency International Deutschland e.V., Juli 2021

Europol berichtete noch im Jahr 2021, dass Bargeld nach wie vor für Kriminelle das bevorzugte Mittel zur Geldwäsche darstellt.

Die Verwendung von Bargeld durch Kriminelle bleibt jedoch laut den Strafverfolgungsbehörden eine der größten Bedrohungen im Bereich der Geldwäsche und stellt auch eines der größten Hindernisse für erfolgreiche Ermittlungen und Strafverfolgung dar.

~ Europol, Dezember 2021 (übersetzt aus dem Englischen)

Sowohl in den Empfehlungen von Transparency International als auch von Europol werden in Bezug auf Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche Kryptowährungen allenfalls beiläufig erwähnt. Die BaFin geht beim Thema “Prävention von Geldwäsche” mit keinem Wort auf Kryptowährungen ein.

Siehe

Schneeball- oder Ponzi-System

Laut Wikipedia haben sowohl ein Schneeball- als auch ein Ponzie-System folgende Merkmale:

  1. Es braucht eine stetig wachsende Anzahl an Teilnehmern. Die Zunahme muss exponentiell sein, damit das System nicht kollabiert.
  2. Über die Teilnehmer werden Einnahmen generiert, die im System umverteilt werden.
  3. Ein Großteil der Einnahmen wird verdeckt veruntreut.
  4. Ein geringer Teil der Einnahmen wird zur Aufrechterhaltung einer Täuschung verwendet, so dass die getäuschten Teilnehmer weiterhin Einnahmen in das System einbringen.

Natürlich kann man ein solches System auch mit Kryptowährungen aufbauen. Doch ist es der Kryptotechnologie inherent?

Aufschluss könnten beispielsweise die Whitepaper geben. Jedes seriöse Projekt hat ein solches.

Welche Indizien gibt es für die Punkte eins bis vier bei etablierten Kryptowährungen wie beispielsweise BTC, ETH oder POL?